Über den Umgang mit E-Readern

Ja, es ist wahr: E-Books und ihre Lesegeräte haben sehr viele Nachteile gegenüber richtigen Büchern. Mit so einem E-Reader kann man nicht ungestraft:

Ungleiche Tischbeine ausgleichen
Mücken totschlagen
Jemandem auf die Finger hauen
Feuer machen

Außerdem habe ich schon oft gehört, dass bei ihrem Gebrauch das Sinnliche fehlt.

Die Haptik der toten Ameise, der Muff der Seiten - pure Sinnlichkeit
Wie man E-Reader benutzt, zeigt dieses Video aus der Sendung „Knallerfrauen“. Hier ist der Link zu YouTube:

https://youtu.be/5qs-87TdLTw

Einen E-Reader habe ich schon sehr lange, und seit kurzer Zeit auch einen vernünftigen. Vernünftig ist natürlich eine subjektive Sache. Ich habe den Amazon Kindle Paperwhite ausgesucht und er ist für mich optimal. Mir gefällt es, dass er sehr augenfreundlich ist und dass man in jedem Licht und in der Dunkelheit lesen kann. Dank des unkomfortablen Browsers und der Abwesenheit von Farbe ist die Gefahr der Ablenkung denkbar gering.

Für Bücher über Kunstgeschichte und andere Werke, bei denen es auf die Illustrationen ankommt, habe ich ein kleines und kostengünstiges Tablet. Bei dessen Gebrauch gibt es allerdings den Nachteil, dass man bei zuviel Licht nichts auf dem Display erkennen kann.

Mit dem Paperwhite kann ich besser, schneller und gemütlicher lesen als zuvor und kann mich beim Lesen auch besser konzentrieren. Er ist leichter und kleiner als die meisten Bücher.

Das Gerät benutze ich zum Einfach-so-Lesen, zum Arbeiten und zum Lernen. Bisher habe ich noch kein einziges E-Book gekauft, denn ich lese meist Klassiker und kostenlose Sachbücher.

Eine ganz große Hilfe ist das phantastische Programm calibre, mit dessen Hilfe man viele Dateitypen in das passende Reader-Format umwandeln kann. Das funktioniert mit anderen Reader-Formaten mit doc-Dateien und auch mit pdf-Dateien, allerdings nicht immer perfekt. Bei pdf-Umwandlungen ist das Layout manchmal nicht ganz korrekt, aber mir macht das nichts.

Einfach-so-Lesen

Die meisten Klassiker bekomme ich kostenlos z.B. bei Project Gutenberg www.gutenberg.org und ich finde dort immer wieder auch skurrile und witzige Überraschungen aus der Mottenkiste.
So schrieb man früher Bewertungen, noch ohne Sternchen:
"Frau Freiin L. v. P. schreibt:
Bei Gelegenheit einer kleinen Thee-Gesellschaft ist dann Ihr wirklich vortrefflicher Topfkuchen gebacken worden und hat den ungeteilten Beifall aller anwesenden Damen gefunden &c.
Frau Oberlehrer Z. schreibt:
Senden Sie wieder Backpulver. Wir waren mit demselben sehr zufrieden.
Frau E. P. schreibt:
Ihr Backpulver habe ich wiederholt gebraucht, und sind die Kuchen stets zu meiner vollsten Zufriedenheit ausgefallen.
Vorhalle. Frau N. schreibt:
Ich bin in hohem Maße davon befriedigt und mache mir ein Vergnügen daraus, die Sache in meinen Bekanntenkreise zu vertreten ....
Aus Brandenburg (Pr.) schreibt Frau Baronin v. B.:
Ich bin von den Kuchen, die ich schon so oft gebacken habe, sehr entzückt ......
Kiel. Herr L. schreibt:
Senden Sie sofort 400 St. von Ihrem weltberühmten Backpulver &c."
 
Dr A. Oetkers Grundlehren der Kochkunst, Nachdruck des ersten Dr. Oetker Kochbuches aus dem Jahre 1895
http://www.gutenberg.org/files/31537/31537-h/31537-h.htm 
Außer Klassikern gibt es noch viele andere kostenlose Bücher. So bietet z.B. bookboon Sachbücher, Lehrbücher und Fachbücher an, die zum Teil recht gut sind. Allerdings sind sie voller Werbung, was mir nichts ausmacht. Die werbefreien Versionen kann man käuflich erwerben. Moderne Literatur findet man beispielweise bei wattpad .

Arbeiten

Wenn ich Texte durcharbeiten muss, wandle ich sie um (natürlich mit calibre) und lade sie auf den E-Reader. Ich kann die Texte kommentieren, markieren und mit Lesezeichen versehen. Das ist alles sehr angenehm, wenn man sich auf eine Arbeit, einen Vortrag oder ähnliches vorbereiten muss.

Sehr hilfreich ist auch die Suchfunktion, die nicht nur literaturwissenschaftliche Arbeiten enorm beschleunigen kann.

Lernen

Beim Lesen von fremdsprachigen Texten kann man auf unbekannte Vokabeln klicken und erhält die Übersetzung. Diese Vokabeln werden automatisch gesammelt und man kann sie später lernen. Etliche Wörterbücher stehen mit dem Kauf des Geräts zum Download bereit, weitere kann man kaufen oder man kann sie aus dem kostenlosen Angebot von dict.cc zurechtbasteln. Eine Anleitung findet man in dem Blog von Jürgen Schulze. Es klappt allerdings nicht immer gleich auf Anhieb, je nach Sprache, aber das Ausprobieren lohnt sich. So kann man auch Wörterbücher bekommen, die man (noch) nicht kaufen kann.

Vorteile

Und zum Schluss noch einmal ein paar Vorteile der digitalen Bücher im Vergleich mit analogen:
  • Mit 200 g Lesestoff genug für die mehrjährige Weltreise haben
  • Historische Bücher schonen durch Lesen der Digitalisate
  • Wälder retten
  • Handgelenke entlasten
  • Unter der Bettdecke lesen – ohne Taschenlampe
  • Kaffeeflecken abwischen können
  • ... und noch mindestens 50 weitere Vorteile

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