Sprachen lernen

Vor zwei Wochen waren wir in Kroatien, in Baška Voda. Es war wunderschön, ein vorgezogener Frühling.

Baška Voda Ende Februar - Postkartenmäßig!
Vor der Reise habe ich mein Kroatisch aufpoliert. Ich werde nun über meine Erfahrungen mit dem Sprachenlernen (nicht nur Kroatisch!) berichten.

Diokletianspalast in Split - weniger postkartenmäßig
Vor längerer Zeit habe ich mir einen recht teuren digitalen Kroatisch-Sprachkurs gekauft und habe mich zunächst darüber amüsiert, dass einer der Sprecher so einen putzigen englischen Akzent hatte. Ein anderer Sprecher sprach breitestes Serbisch. Bei näherer Beschäftigung mit dem Kurs habe ich die Geduld verloren. Etliche Vokabeln waren falsch geschrieben und genau diese falsche Schreibweise musste wiederholt werden, damit man weiterkommen konnte.

Manche Sprachkurse sie wie ein Mühlstein um den Hals
Ich habe unverdrossen weiter gesucht und viele motivierende Möglichkeiten für das Sprachenlernen gefunden.


Für alle Sprachen
Karteikarten braucht man nicht mehr, denn es gibt das –größtenteils - kostenlose Programm Anki (Vielen Dank an Nobi für diesen Tipp!). Mithilfe von Anki  kann man Vokabeln in allen Sprachen lernen. Man muss das Programm zunächst einmal mit Vokabeln füttern, dann kann man sich abfragen lassen.

Eine richtig gute Anleitung, wie man Anki füttert, findet sich im forum-sprachen-lernen

Dann gibt es noch für Fortgeschrittene die Möglichkeit, fremdsprachige Bücher auf einem E-Reader zu lesen. Ein Fingertipp auf ein unbekanntes Wort öffnet das Wörterbuch und die nicht gewusste Vokabel wird in eine Lernkartei eingetragen. Dazu werde ich demnächst mehr schreiben in einem Artikel über E-Reader.

Das ist auch ohne Sprachkenntnisse zu verstehen: Frühkroatischer Comic

Für mehrere Sprachen
Google Übersetzer hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Mir gefällt auch die App sehr gut. Man kann Wörterbücher sogar downloaden. Das hat uns in China geholfen, denn dort ist der Google-Service nicht online erreichbar. Das Ganze hilft natürlich nur beim Sprachenlernen, wenn man die gesuchten Vokabeln auch wiederholt, zum Beispiel mit Anki.

Ganz nett finde ich Duolingo.  Mit dieser kostenlosen App kann man verschiedene Sprachen lernen. Ich habe sie auf meinem Smartphone und wenn ich irgendwo warten muss, spiele ich Vokabellernen.

Einen guten Eindruck habe ich von Digital Publishing. Die digitalen Sprachlernwerke kommen vom Hueber-Verlag, mit dessen Hilfe ich schon vor Jahrzehnten analog Sprachen gelernt habe. Bisher habe ich allerdings nur die Testlektionen ausprobiert, weil für mich nicht die passenden Kurse dabei waren.

Dann gibt es bei YouTube für alle Sprachen Lehrvideos, allerdings meist nur auf Anfängerniveau. Wer fit im Englischen ist, sollte englischsprachige Kurse suchen, denn da ist die Auswahl meist größer.

Auch die meisten Sprach-Apps sind für Anfänger.

Für Schwedisch und Norwegisch
Vor einiger Zeit habe ich mir einen Schwedisch-Kurs gekauft, der mir richtig Spaß macht und mich motiviert: Schwedisch souverän. Der Slogan „Lernen mit Leidenschaft“ erscheint mir nicht übertrieben.

Der Kurs ist sogar recht günstig im Vergleich zu anderen Sprachkursen. Der Autor, Hauke Fehr, hat noch einen Norwegisch-Kurs konzipiert, den ich allerdings nicht ausprobiert habe.

Wie schade, dass er nicht noch andere Sprachkurse anbietet.

Für Kroatisch
Richtig begeistert bin ich von HR4EU. Mit Vogelgrippe hat das nichts zu tun. Es handelt sich um einen EU-geförderten kostenlosen Sprachkurs, der sprachlich und didaktisch ausgezeichnet umgesetzt ist. Das ist kein Wunder, denn die Autoren sind vom Institut für Linguistik der Universität Zagreb. Kurssprache ist Englisch.

Empfehlen kann ich auch Crovoc, eine deutschsprachige Community, die nach und nach Lektionen und themenbezogene Vokabellisten entwickelt

Für Anfänger eignen sich auch recht gut die englischsprachigen Videos des Kanals „Croatian 101



Wie viele ältere Menschen erzähle ich gern etwas von früher. Früher ging alles noch analog, auch das Sprachenlernen. Es war ein großes Glück, wenn man mal hörte, wie ein native speaker spricht. Zum Vokabellernen benutzte man einen Karteikasten. Das war alles ganz schön mühsam.
Und ich habe damals den bestmöglichen Kroatisch-Unterricht gehabt. Wir waren ungefähr fünf Teilnehmer und unser Dozent Ivo war Linguist und Dichter und er konnte kein Wort Deutsch. In allerkürzester Zeit haben wir richtig viel gelernt. Der erste Satz war: „Idemo na kavu“ – Lasst uns Kaffee trinken gehen. Und unser Unterricht hat oft im Café stattgefunden. Für so etwas ist ein digitaler Sprachkurs gewiss kein Ersatz.

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