Großwildjagd

Es ist schon ein Weilchen vergangen, seit ich über Typologien geschrieben habe. Nun folgt ein weiteres Modell.

Und raten Sie mal, was der da unten für ein Typ ist:
By Steve Garvie from Dunfermline, Fife, Scotland (Time to move on!) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
Er ist ein Vertreter der Big Five und Big Five bezeichnet nicht nur irgendwelche großen Tiere, sondern auch eine weltweit anerkannte Typologie.


Und hier sind wir nach all den Bauchladenangeboten beim ersten Modell, das zumindest wissenschaftlich erprobt wird.

Im Lauf des vorigen Jahrhunderts haben mehrere Psychologen über Jahrzehnte hinweg an einem typologischen System gearbeitet. Sie haben fünf Eigenschaften herausgearbeitet, die alle Menschen haben, mal mehr, mal weniger. Diese Eigenschaften sind:

  • Offenheit für Erfahrungen (Openness to experience)
  • Gewissenhaftigkeit (Conscientiousness)
  • Extraversion (Extraversion)
  • Verträglichkeit (Agreeableness)
  • Neurotizismus (Neuroticism)

Und irgendjemand hat das im englischen Original noch so angeordnet, dass die Anfangsbuchstaben "Ocean" ergeben. Niedlich, nicht wahr?

Jedem Menschen soll durch umfangreiche Tests ein bestimmter Prozentsatz der jeweiligen Eigenschaften zugeordnet werden. Also ist ein Mensch z.B. 2% verträglich, dafür aber 99% gewissenhaft.

Die Tests sind so aufgebaut, dass sie nicht leicht zu durchschauen sind. So können die Teilnehmer nicht so einfach das Ergebnis beeinflussen. Sie müssen sich durch viele Testseiten hindurcharbeiten und es ensteht ein recht differenziertes Persönlichkeitsbild. Dieses Bild ist nicht als vollkommen statisch gedacht, sondern die Werte hängen wohl auch ein klein wenig von der Tagesform ab.

Wenn Sie mehr über diese Typologie wissen wollen, schauen Sie mal hier nach:

1. Machen Sie einen Big-Five-Kurztest: http://de.outofservice.com/bigfive/
2. Lesen Sie mehr über die Grundlagen auf typentest.de, der Website von Lars Lorber

Vor zwei Jahren gab es einige Artikel darüber, dass Forscher herausgefunden haben, dass die Big Five doch nicht ganz so universell sind wie behauptet. Es soll sogar Völker geben, die mit zwei Eigenschaften auskommen. Ich empfehle als Lektüre folgenden Artikel:

Bild der Wissenschaft: "Big Five unter Beschuss" von Eva Tenzer

Demnächst gibt es noch weitere Typologien.

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