Gedächtnisstütze

Neulich im Unterricht habe ich mitbekommen, dass einige Studenten (ich benutze hier kein Partizip, s.u.) das Notizenfeld in PowerPoint noch nicht entdeckt hatten.

Auch wenn Sie es schon entdeckt haben, kennen Sie vielleicht noch nicht alle Möglichkeiten, die das nette kleine Feld bietet.

So ungefähr sieht es aus,
wenn ich mir handschriftliche Notizen mache.
Ich kenne drei Möglichkeiten: Digitale Gedächtnisstütze, Vorlage für ein Redemanuskript, Vorlage für ein schönes Handout.



Exkurs: Wie man das Feld findet

Unter dem Bearbeitungsfeld der Folie liegt das Notizenfeld, oftmals nur als Strich zu sehen. Sie können nun mithilfe der Maus diesen Strich nach oben ziehen, dann öffnet sich das Feld und es vergrößert sich allmählich. Sie können aber auch in der roten Leiste unten auf "Notizen" klicken.

1 Verschiedene Nutzungsoptionen 

1.1 Nutzung als digitale Gedächtnisstütze

Ab Version 2013 gibt es die Präsentationsansicht. Sobald der Beamer angeschlossen ist, zeigt sich ein schwarzer Hintergrund, darauf die aktuelle Folie, daneben - kleiner - die nächste Folie, darunter der Text aus dem Notizenfeld. Die Zuschauer sehen nur die aktuelle Folie.

Die Präsentationsansicht kann man auf den eigenen Bedarf abstimmen, beispielsweise das Notizenfeld vergößern. Viel Text passt nicht drauf. Und es sieht gewiss auch nicht gut aus, wenn sie die ganze Zeit über dem Bildschirm hängen.

Für diesen Zweck schreiben Sie am besten nur knappe Stichpunkte unter die einzelnen Folien, z.B. "Witz Nr. 9"

1.2 Nutzung als Vorlage für ein Redemanuskript

Wenn Sie ganz klassisch zur Beruhigung ein Manuskript für ihre Präsentation brauchen, hilft die Notizenfunktion ungemein. Sie können alles, was Sie an Text brauchen, unter die Folie schreiben.

Dann wählen Sie im Druckmenü "Notizenseiten" und Sie bekommen automatisch einen Ausdruck, auf dem auf jeder Seite die Folie sowie Ihre Notizen zu sehen sind:

Ausdruck "Notizenseite"


1.3 Nutzung als Vorlage für ein Handout

Genauso können Sie ein Handout gestalten: Sie geben anstelle der Eigennotizen druckreifen Text ein und lassen dann das Handout automatisch generieren.

Ihr Publikum bekommt so alle wichtigen Folien mit Hintergrundinformationen. Ich bin ja minimalistisch, was die Foliengestaltung angeht, und so ist es nicht sinnvoll, meine Foliensammlungen auszudrucken und an das Publikum zu verteilen. Wenn die Folien schon ein ideales Handout abgeben, sind sie für die Präsentation schlecht geeignet.

2 Feintuning

Wenn Sie mögen, klicken Sie mal in PowerPoint auf "Ansicht". Dort gibt es die Option "Notizenseite" und das Erscheinungsbild ist wie oben das Druckbild. Falls Sie nur eine Notizenseite ausdrucken wollen, können Sie hier Text und Bild beliebig verändern. Das hat aber keine Auswirkung auf die Notizen-Darstellung der anderen Folien.

Außerdem gibt es noch die Option "Notizenmaster". Dort können Sie das Grundlayout so einstellen, wie es Ihnen passt. Sie können z.B. dafür sorgen, dass Bild und Text endlich mal linksbündig ausgerichtet sind. Wenn Sie mit der Einrichtung fertig sind, klicken Sie auf "Notizenmaster schließen", und alle Notizenseite bekommen das neue Layout.

Mehrere Notizenseiten bekommen Sie allerdings nicht auf ein Blatt. Dafür gibt es einen Trick: Gehen Sie auf "Datei", dann auf "exportieren". Dort wählen Sie "Handzettel erstellen" - und schwupp sind Folien und Notizen in Word importiert:

Teil einer Word-Seite mit mehreren Notizen-Einheiten
Jetzt können Sie noch weiter formatieren.

Nun habe ich für heute genug zur Ehrenrettung des Notizenfelds getan.

P.S.: Es ist inzwischen üblich - mindestens - "Studierende" anstelle von "Studenten" zu sagen. Ich bin altmodisch, und das darf ich als Historikerin auch sein. Außerdem sage ich auch nicht: "Ich habe Hunger. Wo gibt es hier Backende?" [nicht zu verwechseln mit Front End] Und wie bilde ich den Plural für meine Berufsgruppe genderkorrekt? Historisierende?

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