Sonntag, 13. Dezember 2015

Und alles wird gut

Ein paar weitere Ausdrücke sind mir in den letzten Wochen aus dem Küchenradio und im Supermarkt in die Ohren gekommen.

Alles wird gut, liebe Gänse!
Bald ist Weihnachten!
(Danke an Ina, dass ich ihre Gänse fotografieren durfte)


„Alles wird gut“

Stellen Sie sich vor, Ihnen geht es richtig schlecht: Job verloren, Partner weggelaufen und auch noch Hühneraugen. Sie erzählen das einem Freund. Der wartet gar nicht erst ab, bis Sie die ganze Geschichte erzählt haben, sondern sagt möglichst schnell: „Alles wird gut!“.

Samstag, 12. Dezember 2015

Warum sagen wir das so?

Lange Zeit habe ich nichts geschrieben, aber ich habe immerhin Wörter gesammelt, vor allem beim Radiohören in der Küche. Nun denke ich darüber nach, warum wir heutigen Menschen solche Wörter benutzen.

Augenhöhe wird hier schwierig
Danke an Rainer für das schöne Foto!

„Auf Augenhöhe“

Freuen wir uns, dass unsere Sprache bisweilen so bildhaft sein kann. Wer statt „gleichberechtigt“ sagt: „auf Augenhöhe“, hat ein abstraktes Wort veranschaulicht. Originell ist das zwar nicht, weil es sehr oft benutzt wird, aber der Hörer hat ein Bild vor dem inneren AUGE. Wenn allerdings ein Gesprächspartner einen halben Meter größer ist als der andere, ist das Bild nicht unbedingt zu empfehlen.

Dienstag, 13. Oktober 2015

Großwildjagd

Es ist schon ein Weilchen vergangen, seit ich über Typologien geschrieben habe. Nun folgt ein weiteres Modell.

Und raten Sie mal, was der da unten für ein Typ ist:
By Steve Garvie from Dunfermline, Fife, Scotland (Time to move on!) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
Er ist ein Vertreter der Big Five und Big Five bezeichnet nicht nur irgendwelche großen Tiere, sondern auch eine weltweit anerkannte Typologie.

Dienstag, 22. September 2015

Elf Bildungshypes, die Sie nicht verpassen sollten!

Jetzt habe ich endlich mal so eine clickbaiting headline verfasst. Ich hätte ja auch schreiben können: "Vorlesungen im Internet".

Genau das ist es, was ich Ihnen heute vermitteln möchte. Viele Menschen teilen großzügig ihr Wissen und wir können zugreifen. Laden Sie sich Ihre persönliche Vorlesung herunter oder schauen Sie sich online an. Bestimmen Sie das Tempo selbst und genießen Sie es, nicht von harten Hörsaalbänken und lauten Kommilitonen abgelenkt zu werden.

Nehmen Sie Ihr Tablet mit in die Küche und lassen Sie sich weiterbilden. Nur Vorsicht, wenn Sie dabei Kartoffeln schälen.

Freitag, 21. August 2015

Schön schier

Die Erkenntnis traf mich zum ersten Mal in der Küche einer Landwirtin: Da stand nichts rum. Und der Platz oben auf den Schränken war leer.

Damals musste ich in unserer Küche noch Flaschenregale leerräumen und Töpfe wegstellen, bevor ich die Küchenschränke oben abwischen konnte.

Das Zehn-Cent-Stück fiel ein zweites Mal, als ich "Getting Things done" (dt.: "Wie ich die Dinge geregelt kriege")  von David Allen gelesen habe. Allen legt seinen Lesern nahe, den Eingangskorb stets leer zu räumen, und zwar auch den digitalen.

Schön schier
Von David Allen weiß ich auch, dass es sinnvoll ist, seine Tasche abends auszupacken und die Dinge wegzuräumen.

Gleich erfahren Sie mehr über die Schierheit.

Freitag, 17. Juli 2015

Gedächtnisstütze

Neulich im Unterricht habe ich mitbekommen, dass einige Studenten (ich benutze hier kein Partizip, s.u.) das Notizenfeld in PowerPoint noch nicht entdeckt hatten.

Auch wenn Sie es schon entdeckt haben, kennen Sie vielleicht noch nicht alle Möglichkeiten, die das nette kleine Feld bietet.

So ungefähr sieht es aus,
wenn ich mir handschriftliche Notizen mache.
Ich kenne drei Möglichkeiten: Digitale Gedächtnisstütze, Vorlage für ein Redemanuskript, Vorlage für ein schönes Handout.


Samstag, 11. Juli 2015

Schöner putzen

Vor langer, langer Zeit habe ich mal in Wolgograd mit einer Russin geplaudert, vor allem über Parfum. Ich hatte mir gerade einen Liter oder so "Moskauer Nächte" gekauft. Die Russin hat mir gesagt, dass sie immer etwas von der wohlriechenden Flüssigkeit ins Putzwasser kippt um sich zum Putzen zu motivieren.

Moskauer Nächte,
Sammler-Flakon
Das reicht mir nicht, denn ich finde Putzen, Bügeln & Co. einfach nur langweilig, auch wenn's gut riecht. Ich habe da eine andere Methode: Ich lade Wissens-Podcasts auf mein Smartphone und putze mit Stöpseln in den Ohren. Nur für das Staubsaugen und Rasenmähen habe ich noch nichts Vernünftiges gefunden.

Hier sind meine Favoriten:


Samstag, 20. Juni 2015

Thorsten Havener: Ohne Worte

Meine Freundin Iris meinte neulich: "Du interessierst Dich doch für Körpersprache. Willst Du dieses Buch mal mitnehmen? Ich habe es schon durch." Es handelte sich um folgende Publikation:
Thorsten Havener, Ohne Worte. Was andere über dich denken, Reinbek 2014.
Havener ist ja recht bekannt durch seine unterhaltsamen Auftritte als "Körperleser":




Ich wäre nach Anschauen der Videos ehrlich gesagt nicht darauf gekommen, mir ein Buch dieses Autors zu kaufen. Die Bühnenshows fallen bei mir in die Kategorie "nett".

Und dann habe ich das Buch zu lesen begonnen...

Freitag, 8. Mai 2015

Für Checker

Die Osborn-Checkliste ist eine der vielen Kreativitätstechniken, die auf Alex Faickney Osborn zurückgehen. Er ist neben Edward de Bono der erfindungsreichste Entwickler von Kreativitätsmethoden.

Die Checkliste ist ein einfaches Werkzeug, das neun Fragen beinhaltet.  Man schaut sich ein Produkt oder Problem unter neun verschiedenen Aspekten an und fragt sich z.B.: Kann man es vergrößern, verkleinern, umkehren, kombinieren?

Heute an der FH Westküste entdeckt:
Werk eines unbekannten Künstlers.
Hat er die Osborn-Checkliste benutzt?


Donnerstag, 30. April 2015

Ein langer Weg zum Abschluss

Es ist noch ein langer Weg bis zur Abschlussarbeit - das denkt man meist im ersten Semester. Und dann soll man plötzlich in zwei Monaten seine Thesis fertig haben.

Ein langer Weg bis zur Abschlussarbeit:
Der Afsluitdijk (Abschlussdeich)
In meinen Seminaren über wissenschaftliches Arbeiten habe ich eine Übung eingeführt: Wir erstellen gemeinsam das Layout für die Abschlussarbeit mit den vertrackten Kopf- und Fußzeilen. Ich frage dann immer: "Na, hätten Sie gedacht, dass Sie sich so lange mit dem Layout Ihrer Abschlussarbeit aufhalten müssen?"

Mittwoch, 15. April 2015

Frühjahrsputz, Teil 2: Dateien

Nach meinem Artikel über Ordnung in den Ordnern folgen nun ein paar Aufräumtipps für Dateien.

alles sauber und ordentlich
Bei den Dateinamen fängt es an: Aussagekräftig und einheitlich sollten sie sein. Ein Dateiname kann Informationen über Dinge wie Inhalt, Datum, Verfasser, Version enthalten.

Samstag, 4. April 2015

Brachialer Hebel

Da kam eine Anfrage aus der Familie: Kannst Du mal eine Hebel-Animation machen? Etwas vorschnell sagte ich "Na klar, ist gleich fertig."

Es hat dann doch etwas länger gedauert, bis ich das in PowerPoint umgesetzt hatte. Die Drehung ist nämlich nur um den Mittelpunkt einer Figur möglich, nicht aber um den Endpunkt.

Wenn ich eine Gerade zum Drehen animieren will, rotiert sie:

video


Die Funktion des Drehens um einen Endpunkt ist in PowerPoint nicht vorgesehen und so ist eine elegante Lösung nicht möglich.

Nach einigem Kopfkratzen und Ausprobieren habe ich es geschafft:

video


Die Lösung war brachial. Das passt gut, denn es geht um eine Armbewegung [βραχίων - brachion - zum Arm gehörig].

Ich habe die untere Hälfte der Gerade mit einem weißen Quadrat überdeckt und zur Tarnung der Nahtstellen noch einen Punkt in der Farbe der Gerade über den Drehpunkt gelegt. Im folgenden Bild habe ich die Hilfskonstruktion eingefärbt:

Brachialer Hebel
Es geht aber auch eleganter:

Dienstag, 17. März 2015

Alles in Ordner

Im Zuge des Frühjahrsputzes ist auch mal der Rechner dran. Wie man bei den Ordnern alles in Ordnung bringt, erfahren Sie gleich.

Komposition mit Ordnern

Werfen Sie nichts neben die Ordner, das sieht unordentlich aus und führt dazu, dass Sie Dokumente nicht wiederfinden.

Sonntag, 8. März 2015

Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom

Falls Sie den Aufmerksamkeitstest der neuen Škoda-Werbung noch nicht gesehen haben, schauen Sie sich ihn an:



Wir haben alle die gleichen Schwierigkeiten mit der Wahrnehmung. Ganz viele Dinge kriegen wir einfach nicht mit.

Machen Sie es deshalb in Ihrer Präsentation dem Publikum einfach sich auf die eine wichtige Botschaft zu konzentrieren. Lassen Sie es nicht zu, dass vollgestopfte Folien das Publikum zum Lesen animieren, so dass keiner mehr zuhört. Bestimmen Sie den Fokus.

Es ist für einen guten Vortrag hilfreich sich mit den Gesetzen der Wahrnehmung vertraut zu machen. Kommen Sie Ihrem Publikum entgegen.


Dienstag, 3. März 2015

Ordnung schaffen mit genau 43 Mappen

So wird der Preuße in uns glücklich: Ein perfektes Wiedervorlagesystem sorgt für Ruhe und Ordnung.

Wer das System mit den 43 Mappen erfunden hat, weiß ich nicht. Ich weiß, dass David Allen und Merlin Mann es empfehlen und ich finde es überzeugend.

Die Broschüre, die ich Waldemar, den ich nächsten Dienstag treffe, zurückgeben will, landet nicht in meinem Eingangskorb, sondern in der Dienstag-Mappe.

Wenn ich am Mittwoch einen Vortrag in einer anderen Stadt halte, greife ich in die Mittwoch-Mappe und hole meine Essensmarken für die dortige Kantine heraus, den Laserpointer, den ich brauchen werde, sowie alle möglichen Unterlagen.

Hier ist ein Video, das zeigt, wie das System funktioniert:


Denken Sie jetzt, dass das furchtbar altmodisch ist mit Papier und Pappe?


Sonntag, 15. Februar 2015

Prokrastination kommt nicht von krass

Prokrastination kommt nicht von krass und ist gewiss auch nicht so krass. Der Begriff bedeutet heute eine Neigung zum Aufschieben und darin enthalten ist das lateinische Wort für morgen, cras.

Es gibt ganz viele Anleitungen zum Feldzug gegen die Prokrastination. Man muss doch - laut Loriot - schließlich etwas tun, am besten etwas Sinnvolles, was auch immer.

Inzwischen gibt es auch andere Sichtweisen. Im Jahr 2008 haben Kathrin Passig und Sascha Lobo folgendes Buch publiziert: Dinge geregelt kriegen - ohne einen Funken Selbstdisziplin. Die Thesen sind reichlich provokativ, z.B.: Warum sollte man Rechnungen nicht einfach mal liegen lassen?

Ich finde es jedenfalls hilfreich, mal kurz die Perspektive auf Pro-Prokrastination zu wechseln und sich zu überlegen, wozu das gut sein könnte.

Heute habe ich für den Standpunkt Pro-Prokrastination ein Video ausgewählt. Demnächst geht es weiter mit Methoden der Anti-Prokrastination.

Hier ist der Pro-Beitrag von Passig und Lobo:








Freitag, 6. Februar 2015

Viele Breie verderben den Koch

Vor ein paar Jahren hat der promovierte Molekularbiologe John Medina ein Buch mit dem Titel "Brain Rules" publiziert.

Darin stehen zwöf Regeln zur Optimierung der Hirnleistung. Eine davon ist:

"The Brain cannot multitask" (Das Gehirn kann nicht mehrere Aufgaben zugleich verfolgen.)

Das ist zwar nichts Neues, aber das Medina-Team hat dazu ein witziges Video angefertigt:



Ab 1:17min wird Medina eingeblendet. Warum trägt er einen weißen Kittel?

Samstag, 24. Januar 2015

HAMMERGEIL!!!!

HAMMERGEIL!!!!!! ist inzwischen schon so Einiges.

Ein Marmor-Monument der SUPERLATIVE!!!!!
Oh Lichtenberg, du warst ein Prophet:
Ob das Elend in Deutschland zugenommen hat, weiß ich nicht, die Interjektions-Zeichen haben gewiß zugenommen. Wo man sonst bloß ! setzte, da steht jetzt!!!
Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher, L145
Und das vor mehr als 200 Jahren!!!!! Unglaublich!!!!!

Seitdem haben sich Sprache und Kultur weiter entwickelt.

Freitag, 16. Januar 2015

Mein persönliches Präsentations-Fazit, Teil 3/3: PowerPoint

Nun bin ich aus meinem Winterschlaf erwacht und habe auch schon den ersten Präsentations-Unterricht hinter mir. Im Unterricht stelle ich mehrere Möglichkeiten vor, für den Unterricht nutze ich nur PowerPoint.

Präsentation geht auch mit anderen Mitteln,
hier eine Folie aus Akatakyiwa, Ghana
Die Nachteile von PowerPoint:

Sonntag, 21. Dezember 2014

Mein persönliches Präsentations-Fazit, Teil 2/3: Sway

Präsentationen mit Sway zu erstellen, macht (mir zumindest) Spaß. Es geht ganz einfach und man kann sogar mobil swayen. Einbinden von Inhalten aus Facebook, Youtube und anderen Kanälen ist total simpel.

Die fertige Präsentation kann man dann auch problemlos überall einbetten. Mit sway kann man Kundenmagazine herstellen, die eigene Website bunter machen oder unterwegs Instant-Präsentationen zaubern.

Hier ist das offizielle Einführungsvideo:


Ein Ersatz für Powerpoint ist sway genauso wenig wie Prezi. Es ist vielmehr eine Ergänzung.

Wie bei allen anderen Dingen gilt auch hier: Nur wenn man sich richtig viel Mühe gibt, entsteht ein wirklich gutes Produkt. Wer schnell mal eine Präsentation bastelt, so wie ich das getan habe, hat erst mal etwas Neuartiges. Das Hin- und Her-Swayen wird recht bald langweilig sein, genauso wie die durchschnittliche Prezi-Präsentation.